Motivational Interviewing

Was ist Motivational Interviewing? Und wozu kann man es einsetzen?

Ein sehr kurzer Überblick, den ich aus Wikipedia (vollständiger Artikel hier) entnommen und zusammengefasst habe:

Motivational Interviewing- (in etwa übersetzt „Motivierende Gesprächsführung“) ist ein direktiver, klientenzentrierter Beratungsstil  und Kommunikationsmethode.  Diese hat zum Ziel, die intrinsiche Motivation des Klientens zu stärken und durch Explorieren und Auflösen von Ambivalenz eine Verhaltensveränderung herbeizuführen.Ursprünglich wurde das Verfahren in der Behandlung von Alkohol- und Drogensucht entwickelt. Im englischsprachigen Raum ist es seit Jahren ein deutlich bekannter als hierzulande.

Konkret bedeutet dass, das man sich als Berater auf eine Stufe mit dem Klienten stellt (oder Patienten- den man aber eben aus diesem Grund als Klienten bezeichnet). .Bildlich gesprochen als würde man ein Fotoalbum gemeinsam durchsehen. Dabei versucht der Therpeut dem Klienten mit Empathie zu begegnen und seine Sichtweisen nachzuvollziehen. Die Verantwortung für die Handlungen und Entscheidungen verbleibt jedoch beim Klienten. Sowohl die negativen als auch die postiven (!) Aspekte der Sucht werden exploriert. Dadurch sollen die Klienten sich der Widersprüchlichkeit ihres Verhaltens bewusst werden und damit die Grundlagen einer Verhaltensänderunge legen. Also z.B. fragt man einen Alkohliker fragt, was ihm am Alkoholtrinken gefällt, und nicht nur, was denn alles so schlimm an seinem Alkoholismus ist. Jede Verhaltensänderung ist mit dem Klienten mit gewissen Vor- und Nachteilen verbunden, wie auch der Konsum über seine Vor und Nachteile verfügt.  Der Klient liefert die Argumente selbst und bekommt sie vom Therapeuten nicht „vorgesetzt“.   Das MI setzt vor der eigentlichen Therapie ein- eben dann wenn man sich noch in der Motivationsphase befindet.

Manche Aspekte des MI werden schon intiutiv eingesetzt, aber das eigentlich MI geht weit über den intuitiven Einsatz bestimmter Gesprächsführungstechniken.  Es ist eine Methode mit einer Reihe von speziellen Techniken, z.B. aktives Zuhören, Wahlfreiheit lassen,… die von Therpeuten bewusst angewendet werden.

Ich habe in einem Seminar verschiedene dieser Methoden und Hintergründe kennen lernen können- zumindest einen ersten Einblick bekommen können. Meines Wissens nach wird die Methode aber bei der Behandlung von Essstörungen noch kaum angewendet, was bestimmt auch damit zusammenhängt, dass sie hierzulande noch so wenig Verbreitung gefunden hat. Zum anderen werden Essstörungen soweit mir bekannt im englischsprachigem Raum nicht in dem Maße als Suchterkrankungen definiert, wie das in Deutschland der Fall ist. (oder irre ich mich da? ). Zumindest nicht im DSM-IV oder in der ICD-10. Dort ist nur die Rede von Störungen, nicht Süchten. Dabei denke ich, dass gerade Essstörungen psychischen Erkrankungen mit einem riesigen Ambivalenzpotential sind und die Motivation sich in der Regel mit herkömmlichen Methoden entsprechend schwierig gestaltet. Und diese Patientengruppe kann eerfahrungsgemäß gar nicht leiden, wenn man sie bervormunden und über sie bestimmen will^^‘

Deswegen möchte ich die Methode zumindest ein bisschen bekannter machen, in der Hoffnung, dass sie irgendwann auch im Bereich der Essstörungen verstärkten Einsatz finden wird.

Weitere Infos dazu:

http://www.motivationalinterview.org/

http://psychology.wikia.com/wiki/Motivational_interviewing

http://en.wikipedia.org/wiki/Motivational_interviewing

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