Wieder zurück!

29 Okt

Ich bin wieder da. Nach knapp drei Monaten in der Klinik.

Zwischendurch habe ich keine Mails gecheckt,es war mir schlichtweg zu viel, bitte seid nicht böse, dass ich mich nicht gemeldet habe…Ich hole das nach…

Um es kurz zu machen: Es geht mir merklich besser, ich bin zwar noch lange nicht gesund, aber der Aufenthalt hat mich defintiv weitergebracht. So taste ich mich über dünnes Eis, ein paar mal eingebrochen bin schon, aber  nicht versunken.  Stellenweise war es ein so harter Kampf, dass ich, fast nach Hause gefahren wäre. Wie nach der ersten Woche, in der ich mich mit meiner Zimmermitbewohnerin dermaßen in die Haare gekriegt habe, dass wir nicht mehr im selben Raum geschweige denn am selben Tisch sitzen konnten, ohne dass es zu einer Eskalation kam. Gruppentherapie ist nach wie vor nicht so ganz mein Fall, aber diesmal waren die Gruppen wenigstens sinnvoll angeleitet und einigermaßen strukturiert. Und auch mit meiner einzelthera hab ich mich gut verstanden und endlich ein paar wirklich neue Einsichten gewonnen. Meine Eltern haben mich auch besucht und wir hatten ein gemeinsames Therapeutengespräch…das zum Glück gut lief, wenn auch sehr tränenreich. Zur Zeit wohne ich bei Ihnen (was das Seltsamste überhaupt ist, 5 Jahre war ich ausgezogen und nun fühle ich mich wie in die Vergangenheit zurückversetzt, während ich aber versuche, neue Verhaltens- und Denkweisen an den Tag zu legen). Das nur so am Rande.

Und das mit dem Essen…mal besser, mal schlechter. Ich habe dort in der Regel wie folgt gegessen (oder es zumindest versucht^^):

Frühstück- ( Snack)- Mittagessen- Nachmittagssnack- Abendessen- Snack

Wie das genau aussah, lest ihr hier.

Und seitdem versuche ich, mich in etwa daran zu orientieren. Ich weiß, ohne diesen Rahmen der Mahlzeiten & Portionen, die mir dort vorgesetzt wurden, bei gleichzeitig freier Wahl, ob und wieviel ich davon esse, hätte ich es nicht geschafft, mir wieder so ein Frühstück zu erlauben. Oder so ein Mittagessen. Oder… Anfangs saß ich da, und rechnete, rechnete, überschlug, schrieb auf…konnte manches nicht ganz bei mir behalten, saß (freiwillig) mittags vor dem Schwesternzimmer, sozusagen als „Sicherheit“. Dort war man im Wesentlichen selbst dafür verantwortlich, ob man nun kotzen ging oder nicht, ob man aufaß oder nicht. Auch wenn man natürlich am Tisch beobachtet wurde- zum Teil nicht so extrem, wie befürchtet, aber dennoch sehr genau. Nicht dass man das nicht selbst auch so gemacht hätte. Wie viel essen die anderen, esse ich zuviel, was denken sie, esse ich zu schnell, herrje die Margerine, was mache ich nur…

Gewogen wurde man anfangs täglich morgens vor dem Frühstück- stressig aus verschiedenen Gründen, und dannach nur noch einmal die Woche. Einmal die Woche…! Das war mir viel zu selten, aber andereseits wiege ich mich im Moment wieder täglich und merke dass mir das auch nicht gut tut. Werde mal versuchen, auf „alle 2 Tage“ umzustellen. Es gab zwar einzelne Patientinnen mit „Gewichtsverträgen“- manche wollten sogar einen- in der Regel gab es jedoch keinen, und auch ausserhalb dieser Verträge keine „Mindestzunahme“ pro Woche und ähnliche (meiner pers. Meinung nach eher ES-verwandte) Auflagen, solange die „Tendenz“ erkennbar war.

Ich habe viele besondere Menschen kennengelernt, die aber fast alle wieder aus meinem Leben verschwunden sind. Zum Teil von mir gewollt, zum Teil doch recht überraschend. Ein paar Kontakte habe & pflege ich noch, aber was daraus wird, längerfristig gesehen…wer weiß. Facebook und StudiVZ machen es einem einfacher, aber letztlich sind wir alle über ganz Deutschland vestreute Seelen 😉

 

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Lichtblicke

10 Jun

…tun sich auf am Horizont.

– im buchstäblichen Sinne: Der Frühling, die Sonne sind endlich, endlich da!

–  & im übertragenen: Hab die Zusage für die Klinik endlich bekommen, sowohl von der KK als auch von der Klinik dort. Mein Vorgespräch am Telefon lief ausserdem sehr gut- schon mal ein positiver persönlicher Eindruck… Wer wissen will, wo ich (spätestens im August) hingehen werde, schreibt mir bitte eine Mail. Ich will das doch nicht so öffentlich posten, zu starke Vermischung von virtuellerm und realen, ihr wisst schon…^^

Lebenszeichen

13 Mai

Im Moment habe ich keine Motivation mehr, keine Nerven mehr. Die letzten zwei bis drei Wochen waren ein einziger Kraftaufwand. Es tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir haben hören lassen, hier und in eueren Blogs,  aber ich weiß auch nicht, ob ich das in den nächsten Tagen schon ändern kann…Es kommt es mir vor, als müsse ich mich jeden Tag zum Weiterleben überreden. Mir schmeckt nicht mal mehr das Essen. Lustlos stopfe ich ca. 3000 kcal in mich hinein, kotze sie soweit möglich wieder aus, fühle mich eklig und voll und dann beginnt, nach einer gewissen Zeit,  das ganze erneut. Oder ich esse eben zu wenig, hungere so vor mich hin, in der Hoffnung, diesem Ekel, den ich vor der Welt empfinde, die Nahrungsgrundlage entziehen zu können. Letztendlich völlig sinnlos, weil es mich nur noch tiefer hinabreißt. Ich weiß selbst um die Irrationalität meines Handelns. Aber die Macht der Gewohnheit Sucht scheint mal wieder stärker zu sein.

Ab und zu bin ich mit Freunden zum Essen bzw. Kochen verabredet. Dann esse ich, fühle mich aber im selben Moment schuldig, hungrig- zu hungrig- und gleichzeitig widerlich „gefüllt“. Dazu kommt, das ich mich so wahnsinnig beobachtet fühle und mich schäme, beim Essen gesehen zu werden. Heute abend wieder so eine Verabredung, mit Menschen, die mir ziemlich nahe stehen, trotz allem. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.

In letzter Zeit habe sich ein paar meiner Ansichten geändert. Beispielsweise war ich den letzten Jahren durchweg Single. Unfreiwillig. Zumindest zumeist. Noch wie vor, bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht einfach nur wieder Angst vor Nähe hatte, nach meiner letzten Erfahrung. Aber inzwischen will ich gar keinen Freund mehr. Bei dem Gedanken, mit jemandem im Bett zu liegen…wird mir fast schlecht. Ich habe keine Kraft für jemand anderen und auch kein Bedürfnis, mich auf jemanden so einzustellen, eine weiteren Faktor in meinem Leben zu berücksichten, wenn ich das mal so nüchtern ausdrücken darf. Es gibt einfach wenig Männer, die es überhaupt wert sind, sich mit ihnen auch nur zu unterhalten.

Too much

1 Mai

Diese Woche…hatte und -hat es immer noch- in sich: Zuerst Ärger mit der Krankenkasse („Wir haben keine medizinische Indikation von Ihnen!“) dann mit der Ärztin (bzw. ihren Sprechstundenhilfen): „Wir haben das denen geschickt“, dann über das Formular an sich (BMI fehlt- ironischerweise wäre jetzt der Zeitpunkt, wo er mir endlich mal was NÜTZEN würde im Zusammenhang mit Therapie).

Dann mit meiner Therapeutin- Meinungsverschiedenheiten ohne Ende. Bei für mich zentralen Themen. Mal sehen, wie das weitergeht. Mir ist ein offener Konflikt auf jeden Fall lieber, als mich von ihr betrogen und hintergangen zu fühlen. So weiß ich zumindest, woran ich bin.

Dann muss ich auch noch Stunden über Stunden in einem kalten, feuchten Keller zubringen- Theaterproben. Und nächste Woche sind dann die Aufführungen, jeden Abend eine. Jeden Abend. Wann zur Hölle habe ich mich nur darauf eingelassen?! Aber es ist ja nichts neues, dass ich mich ständig in Situationen manövriere, denen ich dann nicht mehr entfliehen kann, auch wenn ich nichts lieber täte…*headdesk*

Es macht mich fertig, plötzlich mein komplettes Wochenende und auch noch alle Abenden der nächsten Woche verplant bekommen zu haben. Und dann herrscht natürlich auch noch gereizte Stimmung während der Proben- Leiter steht kurz von Herzinfarkt, der Keller kommt mir eng und dunkel vor, zu dunkel, mein Schädel brummt…Und die letzten Nächte habe ich vor Aufregung kaum gepennt.

Wohnungswechsel?

18 Apr

Seit einiger Zeit kommt mir immer wieder der Gedanke, dass es vielleicht besser wäre, ich zöge um. Nicht mit dem Blog, aber im „realen“ Leben. Objektiv betrachtet ist meine Wohnung ein Glücksgriff- zentrale Lage, relativ groß, ruhig, mit einem lauschigen Balkon von dem aus man nur Bäume und Strächer sieht.

Aber:

1. die Küche ist eine Katastrophe- sie liegt nicht nur „im Zimmer“, sonder besteht eigentlich nur aus einer Küchenzeile, an der schon eingebackene Reste um die 2 Herdplatten klebten, als ich eingezogen bin. Der Kühlschrank besitzt kein richtiges Eisfach und seit ca. 5 Tagen ist auch noch das Licht durchgebrannt. Das Regal ist noch das beste an ihr, nur leider total überfüllt.

2. Ich habe keine Badewanne.

3. Hier ist einfach vieeel zu viel Krempel. Und lauter Bücher, die ich „unbedingt brauche“ (ca. 500 Stück würde ich schätzen, muss bei Gelegenheit mal zählen), die wiederum aber mehr Regal bräuchten, als sie zur Zeit bekommen^^

4. Die Macht der Gewohnheit. In diesen Wänden lebt die Bulimie, hält sich in den Ecken fest, krallt sich an die Vorhangstange. Alles eingespielt, alles eingerahmt von diesen Wänden.

5. Ich richte gerne Zimmer neu ein. Wirklich gerne:) Es wäre mal Zeit für größere Veränderungen als die Fotos an den Wänden.

Dagegen spricht:

1. Es wird schwierig, eine Wohnung in ähnliche guter Lage zu dem Preis zu bekommen, den ich jetzt an Miete zahle. Und ausserhalb wohnen wäre ziemlich fatal, wenn ich mich nicht noch mehr einigeln will.

2. Es macht einiges an Arbeit, und meine Eltern werden sich einmischen.

3. Ich wohne im Moment in der Nähe einer sehr, sehr guten Freundin. Ich würde ungerne weiter wegwohnen.

Also, es steht 5:3 für’s Umziehen;)) Und von der Ge-wichtung der einzelnen Punkte will ich gar nicht erst reden…^^

Ich will so nicht mehr…

18 Apr

…weitermachen. Entweder esse ich zu wenig oder zu viel und wenn ich gerade nichts esse, denke ich ans Essen. Ich kann nicht mehr satt sein, ohne gleich Schuldgefühle zu empfinden, aber meistens bin ich das ohnehin nicht. Satt. Dieses Hin- und Herpendeln zwischen Bad und „Küche“ bzw. dem Fleckchen Teppich vor meinem Heizlüfter vor dem ich esse…raubt mir alle Rest-Energie.Wenn ich durch die Stadt laufe und eine enge Jeans trage starren mich die Leute an. Ich starre zurück. zwei Streichhölzer auf Riesenfüßen.

Auf der Suche. Nie scheint es genug zu sein.

Mit meiner Thera und mir läuft es mieserabel. Ich bin enttäuscht und auch…etwas gekränkt. Was passiert ist, will ich jetzt (noch) nicht schreiben.

Und ich weiß selbst nicht mehr, wer meine Entscheidungen noch trifft, wenn es um so Dinge geht wie soziales Leben, Weggehen etc. Ich oder die Essstörung. Ich kann es wirklich nicht mehr sagen.

Feierlichkeiten

10 Apr

Nervös. In einer halben Stunde beginnt die Geburtstagsfeier. Meine Geburtstagsfeier. Insgesamt kommen ca. 10 Leute, was recht beachtlich ist, wenn man bedenkt, dass mir erst vor ein paar Tagen eingefallen ist, heute doch noch zu feiern. Und es erinnert mich daran, wie viele Freunde ich eigentlich habe, auch wenn ich mich oft alleine fühle.

Dort gibt es auch etwas zu essen. Ich habe Angst. Angst,dass es zuviel ist und ich doch nicht satt werde. Angst, dass man mir das ansieht. Angst etwa zu bestellen, was mir dann nicht schmeckt. Ich sehe mich schon vor einem Teller sitzen und abwechselnd darin herumstochern und wieder gabelweise Reis mit Soße in mich hineinschaufeln. Mich nach links und rechts umdrehen, prüfen, wie schnell bzw. langsam die anderen essen. Langsamer essen. Ca. 700 kcal habe ich mir heute „aufgehoben“…

Die Haut an meinen Händen ist trocken und löst sich ab. Aber vor dem Essen kann ich keine Creme auftragen, weil der Geruch mir sonst den Appetit verdirbt.

Herjee, aber die Sonne scheint schön und der Himmel ist blau. Und Geschenke gibt’s auch :))