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Spät aber doch: Der Jahresrückblick

25 Feb

Ein Jahr der Veränderung. Positive Veränderungen, die mir gerade zu entgleiten drohen, deswegen müssen sie jetzt doch noch schriflich festgehalten werden.

– ein einer Klinik gewesen. 11 Wochen. Dort eine gute, aber auch verdammt harte Zeit verbracht.

– nach phasenweisen Zeiten von ca. 2 Fressanfällen täglich, das ganze auf ca. 3 Mal pro Woche reduziert.

– wieder etwas Hoffnung geschöpft und so etwas wie die Möglichkeit einer Perspektive bekommen. Die Perspektive, wieder eine Perspektive zu haben, sozusagen.

– viele Menschen kennengelernt. Und den Wert einer guten Freundschaft mehr denn je zu schätzen gelernt

– ca. 4 Kilo zugenommen.

– viele wichtige Erkenntnisse gewonnen. Wie ich mich selbst sabotiere und warum, was eine Sucht anrichten kann und wie sie sich anfühlt (darauf hätte ich verzichten können), und wie sehr ich mir selbst immer wieder was vormache (darauf eher weniger)…und ein paar andere Sachen, die ich gerade nicht parat habe

– ausgezogen, aus meiner eigenen Wohnung, die mich die letzten Jahre nur noch runtergezogen hat wie ein Klumpen Beton an den Füßen.

– (zwischenzeitlich) wieder bei meinen Eltern eingezogen. Wie lange noch..?!

– eine neue Therapeutin gefunden, die wirklich gut zu sein scheint…Aber im Moment fühle ich mich nicht bereit dazu. Es wäre schade, das Potential zu vergeuden.

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The Cage

25 Feb

Ein bisschen mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Luft zum Atmen. Ist das denn zu viel verlangt?!

Rechenschaft über jeden Schritt, denn ich tue. Rechenschaft, über jeden Gedanken an jeden Schritt den ich vielleicht zu tun gedenke.
Diese furchtbare Enge hier erdrückt mich.

Ich kann keine Therapie anfangen, so lange ich mich hier gefangen fühle. Es würde alles nur noch schlimmer machen, sinnvolle und gute Bemühungen in etwas Negatives verkeheren, in eine Bedrohung, die ich nur abwenden will, sonst nichts.

Weihnachtsstimmung…? Part I

19 Dez

Zur Zeit fallen sie mir besonders auf. Vielleicht liegt es an dem starken Kontrast der zwischen den vor süßkram und mandelduft aus allen Nähten platzenden Weihnachtsmarktständen und ihren hohlen Wangen besteht, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ihnen die Kälte noch mehr zusetzt als allen anderen. Überall scheinen sie herumzulaufen wie lebendige Schatten. Dünne, sehr dünne Menschen, ungesund dünne Menschen um genau zu sein. Nichts neues eigentlich, nur dass sie mir noch mehr ins Auge fallen als je zuvor. Vor allem da ich mich in ihnen wiederzuerkennen glaube, und ich denke, dass sie auch mich „erkennen“. Manchmal schaut man sich sogar an, mal freundlich, mal abschätzig, aber immer irgendwie wissend. Vielleicht bilde ich mir das auch ein.Meistens ignoriert man sich jedoch oder nimmt sich nicht wirklich wahr. Und es macht mich oft traurig und wütend, wenn ich diese Mädchen und Frauen sehe, traurig, weil ich sehe, was sie sich antun, und wütend, darüber dass es für sie keinen anderen Weg zu geben scheint, dass sie („in dieser Welt“) keinen anderen sehen könne, dass die Krankheit an sich so mächtig ist.

Und gleichzeitig versuche ich, mich nicht mit ihnen zu vergleichen. Ich habe sozusagen den „Auftrag“ (noch aus der Klinikzeit) mir jeden Tag ein Süßteil o.ä. zu gönnen- z.B. einen Muffin, eine Waffel, ein Stück Kuchen usw. Im Moment ist der Weihnachtsmarkt nachmittags dafür wie geschaffen. Und bisweilen fühle ich mich, gerade wenn ich andere, „solche“ Menschen, wie ich es ja irgendwie auch bin, sehe, dazu ermutigt, und manchmal ist es genau das gegenteil. Dann stelle ich wieder alles in Frage…

Und dass ich mich wieder so von aussen beeinflussen lasse, nervt mich ja ohnehin^^

Fortsetzung folgt…

Lebenszeichen

13 Mai

Im Moment habe ich keine Motivation mehr, keine Nerven mehr. Die letzten zwei bis drei Wochen waren ein einziger Kraftaufwand. Es tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir haben hören lassen, hier und in eueren Blogs,  aber ich weiß auch nicht, ob ich das in den nächsten Tagen schon ändern kann…Es kommt es mir vor, als müsse ich mich jeden Tag zum Weiterleben überreden. Mir schmeckt nicht mal mehr das Essen. Lustlos stopfe ich ca. 3000 kcal in mich hinein, kotze sie soweit möglich wieder aus, fühle mich eklig und voll und dann beginnt, nach einer gewissen Zeit,  das ganze erneut. Oder ich esse eben zu wenig, hungere so vor mich hin, in der Hoffnung, diesem Ekel, den ich vor der Welt empfinde, die Nahrungsgrundlage entziehen zu können. Letztendlich völlig sinnlos, weil es mich nur noch tiefer hinabreißt. Ich weiß selbst um die Irrationalität meines Handelns. Aber die Macht der Gewohnheit Sucht scheint mal wieder stärker zu sein.

Ab und zu bin ich mit Freunden zum Essen bzw. Kochen verabredet. Dann esse ich, fühle mich aber im selben Moment schuldig, hungrig- zu hungrig- und gleichzeitig widerlich „gefüllt“. Dazu kommt, das ich mich so wahnsinnig beobachtet fühle und mich schäme, beim Essen gesehen zu werden. Heute abend wieder so eine Verabredung, mit Menschen, die mir ziemlich nahe stehen, trotz allem. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.

In letzter Zeit habe sich ein paar meiner Ansichten geändert. Beispielsweise war ich den letzten Jahren durchweg Single. Unfreiwillig. Zumindest zumeist. Noch wie vor, bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht einfach nur wieder Angst vor Nähe hatte, nach meiner letzten Erfahrung. Aber inzwischen will ich gar keinen Freund mehr. Bei dem Gedanken, mit jemandem im Bett zu liegen…wird mir fast schlecht. Ich habe keine Kraft für jemand anderen und auch kein Bedürfnis, mich auf jemanden so einzustellen, eine weiteren Faktor in meinem Leben zu berücksichten, wenn ich das mal so nüchtern ausdrücken darf. Es gibt einfach wenig Männer, die es überhaupt wert sind, sich mit ihnen auch nur zu unterhalten.

Wohnungswechsel?

18 Apr

Seit einiger Zeit kommt mir immer wieder der Gedanke, dass es vielleicht besser wäre, ich zöge um. Nicht mit dem Blog, aber im „realen“ Leben. Objektiv betrachtet ist meine Wohnung ein Glücksgriff- zentrale Lage, relativ groß, ruhig, mit einem lauschigen Balkon von dem aus man nur Bäume und Strächer sieht.

Aber:

1. die Küche ist eine Katastrophe- sie liegt nicht nur „im Zimmer“, sonder besteht eigentlich nur aus einer Küchenzeile, an der schon eingebackene Reste um die 2 Herdplatten klebten, als ich eingezogen bin. Der Kühlschrank besitzt kein richtiges Eisfach und seit ca. 5 Tagen ist auch noch das Licht durchgebrannt. Das Regal ist noch das beste an ihr, nur leider total überfüllt.

2. Ich habe keine Badewanne.

3. Hier ist einfach vieeel zu viel Krempel. Und lauter Bücher, die ich „unbedingt brauche“ (ca. 500 Stück würde ich schätzen, muss bei Gelegenheit mal zählen), die wiederum aber mehr Regal bräuchten, als sie zur Zeit bekommen^^

4. Die Macht der Gewohnheit. In diesen Wänden lebt die Bulimie, hält sich in den Ecken fest, krallt sich an die Vorhangstange. Alles eingespielt, alles eingerahmt von diesen Wänden.

5. Ich richte gerne Zimmer neu ein. Wirklich gerne:) Es wäre mal Zeit für größere Veränderungen als die Fotos an den Wänden.

Dagegen spricht:

1. Es wird schwierig, eine Wohnung in ähnliche guter Lage zu dem Preis zu bekommen, den ich jetzt an Miete zahle. Und ausserhalb wohnen wäre ziemlich fatal, wenn ich mich nicht noch mehr einigeln will.

2. Es macht einiges an Arbeit, und meine Eltern werden sich einmischen.

3. Ich wohne im Moment in der Nähe einer sehr, sehr guten Freundin. Ich würde ungerne weiter wegwohnen.

Also, es steht 5:3 für’s Umziehen;)) Und von der Ge-wichtung der einzelnen Punkte will ich gar nicht erst reden…^^

Ferne Ufer

9 Mrz

Im Moment empfinde ich alle Menschen um mich herum mehr oder weniger als Anstrengung. Ich versuche, mit ihnen zu reden, zu lachen, zuzuhören…aber in Wirklichkeit berührt mich nichts davon. Meistens muss ich mich gerade zu disziplinieren, nicht wieder mit meinen Gedanken abzuschweifen- zum nächsten Einkauf, Anfall, Kalorien, Bücher,wasauchimmer- um wenigstens die Fassade der geistigen Anwesenheit nicht ganz in sich zusammenstürzen zu lassen. Ich mag und schätze meine Freunde wirklich, aber zur Zeit ist ihr Leben mit dem meinen nur noch lose verbunden- ich befinde mich an einem fernen Ufer und kann ihre Rufe über’s Wasser nur noch leise und verzerrt hören. Und hin und wieder beschließe ich, dass das wohl auch nicht so wichtig ist.

SupermarktbeSuche

24 Feb

Wenn es kein Zurück mehr gibt…Eigentlich sollte ich erleichtert sein. Sollte zumindest irgendetwas fühlen, ob nun Enrleichterung, ein schlechtes Gewissen, Bedauern, Freude.
Diplomarbeit ist erstmal auf Eis gelegt. Keine Treffen mehr mit dem Betreuer in den nächsten Monaten. Das Gespräch war weniger schlimm als erwartet. Unangenehm ja, aber nicht wirklich tragisch.

Im Anschluss Supermarktbesuch. Zwei Stunden wandelte ich durch nahezu leere Gänge. Es war ein großer, von mir selten frequentierter Rewe. Mit Prdokukten, die ich sonst nirgends in der Gegend bekomme. Immer wieder hin und her gerissen- kaufe ich das jetzt, obwohl ich es mir nicht leisten kann, nütze ich die Gelegenheit (wo ich schon mal hier bin…) oder siegt die Vernunft. Zum Ende hin hatte ich das Gefühl, mich sehr beherrscht zu haben- und dennoch eine riesen Rechnung. Wie immer eigentlich. Verdammt.

Im Rahmen der vielpropagierten „gesunden Ernährung“ , besonders in Form von Pyramiden und Digrammen sollten Süßigkeiten, Fettiges und Chips eigentlich die Spitze ausmachen. Im Supermarkt sind es Gänge über Gänge voller Süßigkeiten, Schokolade, Chips, Pizza, Kuchen, Gebäck, Cracker, Gummibärchen, Kekse… Ich schätze es auf die Hälfte, wenn nicht mehr. Und wenn es nicht gekauft werden würde, läge es da auch nicht. (Obwohl es mir manchmal wie eine Verschwörung vorkommt- nach dem Motto: Jetzt haben wir noch eine Sorte produziert, diesmal Erdbeer-Vanilla-Caramel-Schokolade- diesmal kriegen wir dich!) Wieviele Menschen versuchen, Dinge über die „Nahrung“ zu kompensieren… Wenn ich durch die Stadt laufe, kann ich die offziellen Statisken zu Esstörungen schon nicht mehr glauben, und in einem Supermarkt noch viel weniger. Der Gedanke ist etwas makaber, aber mich würde wirklich mal interessieren, wieviel Prozent des Umsatzes der Lebensmittelindustrie jährlich auf das Konto der Bulimie geht…

Die Zahlen auf meinem eigenen treiben mir die Tränen in die Augen.