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The Cage

25 Feb

Ein bisschen mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Luft zum Atmen. Ist das denn zu viel verlangt?!

Rechenschaft über jeden Schritt, denn ich tue. Rechenschaft, über jeden Gedanken an jeden Schritt den ich vielleicht zu tun gedenke.
Diese furchtbare Enge hier erdrückt mich.

Ich kann keine Therapie anfangen, so lange ich mich hier gefangen fühle. Es würde alles nur noch schlimmer machen, sinnvolle und gute Bemühungen in etwas Negatives verkeheren, in eine Bedrohung, die ich nur abwenden will, sonst nichts.

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Selbstbestimmung

3 Jan

ich muss hier raus. am besten schon gestern. ich weiß nicht, wann es meine eltern endlich, endlich kapieren werden- man darf mir beim Essen NICHT drein reden. Das macht es nur noch schlimmer. Ich denke, je mehr man versucht, Esssgestörte zu irgendwas zu überreden, ob es nun um Essen geht oder um etwas anderes- vor allem aber bei dem Thema „Essen“, desto mehr fühlt sich die- oder derjenige unter Druck gesetzt, eingeengt, in ihrer Selbstbestimmung beschnitten. Die scheinbare Unabhänigkeit und Abgrenzung, die einem das Essverhalten manchmal gibt, (darüber kann man streiten…) wird dann nur umso vehemnter verteidigt. Oder man weiß nicht mehr, warum man überhaupt dies oder jenes gegessen/nicht gegessen hat. Weil man es so wollte? Weil man Hunger hatte? Anderen zuliebe? Wie dem auch sei, meistens ist man dann gefrustet.

Und mich stresst es, dass meine „Planung“ durcheinandergeraten ist, dass mir das „Hören auf mein Gefühl“ abgesprochen wurde, dass ich letztendlich wieder nachgegeben habe, obwohl ich genau wusste, dass ich mich dadurch buchstäblich zum kotzen fühlen würde.

Und Sorgen machen sie sich ja sowieso.

Weiße Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung

25 Dez

Bis Dienstag habe ich noch Schonfrist. Dann gibt es nämlich vorraussichtlich erst den Gänsebraten und die Sahne-Pudding-Nachspeise…Ich schwanke zwischen Vorfreude und Angst… Einerseits liebe ich gebratene Gans (Ente, Hähnchen,Truthan…), andererseits habe ich verdammte Bedenken, was dieses „Mahl“ betrifft…Die Plätzchenberge, die sich seit Wochen hier im Haus türmen (nicht, dass ich nicht selbst dazu beigetragen hätte…ich backe sehr gerne), sind sowieso eine tägliche Herausforderung für mich. Manchmal geht’s gut, manchmal nicht…Im Moment herrscht hier bei Tisch eine „Don’t mention the war“-Atmosphäre, was die Themen Fett, Kalorien, Essensmengen etc. betrifft. Wenn ich jedes Mal nen Euro bekommen würde, wenn dieses Thema angesprochen wird, hätte ich mir schon vor Ende des Jahres den Urlaub finanziert…

Auf einem Recovery-Blog (http://independencefromed.blogspot.com) habe ich etwas gefunden, das mir vielleicht helfen wird, und zwar dieses hier

Intuitive Eater’s Holiday Bill of Rights

Was meint ihr dazu? Ich find’s gut.

 

Oster- Rückschau

8 Apr

Inzwischen habe ich es hinter mir. Sowohl das längst fällige Gespräch mit meinen Eltern (Artikel folgt) als auch die Osterfeiertage. Gott sei Dank. Wenn ich noch Zweifel am Suchtcharakter der Essstörungen gehegt haben sollte, so sind sie mit dem vergangenem Wochenende endgültig ausgeräumt worden. Es waren laaaange Tage, hungrige Tage, anstrengende Tage. Natürlich herrschte eine gewisse Spannung beim Essen. Versteckte Blicke (man WILL mich ja nicht beobachten, tut es aber), dreimaliges Nachdenken bevor man einen Kommentar abgibt etc.

Das üblichemehr oder weniger subtile Gefrage „willst du heute kein osterbrot“? „Ist das nicht ein bisschen wenig?“ (aber selbst genauso wenig essen!)… Ich schwankte ständig zwischen gereizt, depressiv, oder einfach nur müde hin- und her. Oder alles auf einmal. Von Gedanken an Kekspackungen und Marmeladentoasts verfolgt. Nur war das Haus ständig voller Menschen, jeder Apfel, der „fehlt“ fällt irgendwem auf und meine extra importierten „Vorräte“ hatte ich bereits am ersten Nachmittag „verbraucht“. Zwei „Anfälle“ die zum Teil nicht mal als solche zu klassifizieren sind innerhalb von knapp 5 Tagen lösen schon starke Entzugserscheinungen aus…Und gleichzeitg habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine deprimierte Miene, nach der mir zumute ist, nicht vor meinen Eltern verstecke, da sie sich im Moment sowieso so viele Sorgen meinentwegen machen. Andereseits- ich bin auch nicht permanent für ihr Wohlergehen verantwortlich, das sollte ich endlich mal kapieren.