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Spät aber doch: Der Jahresrückblick

25 Feb

Ein Jahr der Veränderung. Positive Veränderungen, die mir gerade zu entgleiten drohen, deswegen müssen sie jetzt doch noch schriflich festgehalten werden.

– ein einer Klinik gewesen. 11 Wochen. Dort eine gute, aber auch verdammt harte Zeit verbracht.

– nach phasenweisen Zeiten von ca. 2 Fressanfällen täglich, das ganze auf ca. 3 Mal pro Woche reduziert.

– wieder etwas Hoffnung geschöpft und so etwas wie die Möglichkeit einer Perspektive bekommen. Die Perspektive, wieder eine Perspektive zu haben, sozusagen.

– viele Menschen kennengelernt. Und den Wert einer guten Freundschaft mehr denn je zu schätzen gelernt

– ca. 4 Kilo zugenommen.

– viele wichtige Erkenntnisse gewonnen. Wie ich mich selbst sabotiere und warum, was eine Sucht anrichten kann und wie sie sich anfühlt (darauf hätte ich verzichten können), und wie sehr ich mir selbst immer wieder was vormache (darauf eher weniger)…und ein paar andere Sachen, die ich gerade nicht parat habe

– ausgezogen, aus meiner eigenen Wohnung, die mich die letzten Jahre nur noch runtergezogen hat wie ein Klumpen Beton an den Füßen.

– (zwischenzeitlich) wieder bei meinen Eltern eingezogen. Wie lange noch..?!

– eine neue Therapeutin gefunden, die wirklich gut zu sein scheint…Aber im Moment fühle ich mich nicht bereit dazu. Es wäre schade, das Potential zu vergeuden.

The Cage

25 Feb

Ein bisschen mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Luft zum Atmen. Ist das denn zu viel verlangt?!

Rechenschaft über jeden Schritt, denn ich tue. Rechenschaft, über jeden Gedanken an jeden Schritt den ich vielleicht zu tun gedenke.
Diese furchtbare Enge hier erdrückt mich.

Ich kann keine Therapie anfangen, so lange ich mich hier gefangen fühle. Es würde alles nur noch schlimmer machen, sinnvolle und gute Bemühungen in etwas Negatives verkeheren, in eine Bedrohung, die ich nur abwenden will, sonst nichts.

Wieder zurück!

29 Okt

Ich bin wieder da. Nach knapp drei Monaten in der Klinik.

Zwischendurch habe ich keine Mails gecheckt,es war mir schlichtweg zu viel, bitte seid nicht böse, dass ich mich nicht gemeldet habe…Ich hole das nach…

Um es kurz zu machen: Es geht mir merklich besser, ich bin zwar noch lange nicht gesund, aber der Aufenthalt hat mich defintiv weitergebracht. So taste ich mich über dünnes Eis, ein paar mal eingebrochen bin schon, aber  nicht versunken.  Stellenweise war es ein so harter Kampf, dass ich, fast nach Hause gefahren wäre. Wie nach der ersten Woche, in der ich mich mit meiner Zimmermitbewohnerin dermaßen in die Haare gekriegt habe, dass wir nicht mehr im selben Raum geschweige denn am selben Tisch sitzen konnten, ohne dass es zu einer Eskalation kam. Gruppentherapie ist nach wie vor nicht so ganz mein Fall, aber diesmal waren die Gruppen wenigstens sinnvoll angeleitet und einigermaßen strukturiert. Und auch mit meiner einzelthera hab ich mich gut verstanden und endlich ein paar wirklich neue Einsichten gewonnen. Meine Eltern haben mich auch besucht und wir hatten ein gemeinsames Therapeutengespräch…das zum Glück gut lief, wenn auch sehr tränenreich. Zur Zeit wohne ich bei Ihnen (was das Seltsamste überhaupt ist, 5 Jahre war ich ausgezogen und nun fühle ich mich wie in die Vergangenheit zurückversetzt, während ich aber versuche, neue Verhaltens- und Denkweisen an den Tag zu legen). Das nur so am Rande.

Und das mit dem Essen…mal besser, mal schlechter. Ich habe dort in der Regel wie folgt gegessen (oder es zumindest versucht^^):

Frühstück- ( Snack)- Mittagessen- Nachmittagssnack- Abendessen- Snack

Wie das genau aussah, lest ihr hier.

Und seitdem versuche ich, mich in etwa daran zu orientieren. Ich weiß, ohne diesen Rahmen der Mahlzeiten & Portionen, die mir dort vorgesetzt wurden, bei gleichzeitig freier Wahl, ob und wieviel ich davon esse, hätte ich es nicht geschafft, mir wieder so ein Frühstück zu erlauben. Oder so ein Mittagessen. Oder… Anfangs saß ich da, und rechnete, rechnete, überschlug, schrieb auf…konnte manches nicht ganz bei mir behalten, saß (freiwillig) mittags vor dem Schwesternzimmer, sozusagen als „Sicherheit“. Dort war man im Wesentlichen selbst dafür verantwortlich, ob man nun kotzen ging oder nicht, ob man aufaß oder nicht. Auch wenn man natürlich am Tisch beobachtet wurde- zum Teil nicht so extrem, wie befürchtet, aber dennoch sehr genau. Nicht dass man das nicht selbst auch so gemacht hätte. Wie viel essen die anderen, esse ich zuviel, was denken sie, esse ich zu schnell, herrje die Margerine, was mache ich nur…

Gewogen wurde man anfangs täglich morgens vor dem Frühstück- stressig aus verschiedenen Gründen, und dannach nur noch einmal die Woche. Einmal die Woche…! Das war mir viel zu selten, aber andereseits wiege ich mich im Moment wieder täglich und merke dass mir das auch nicht gut tut. Werde mal versuchen, auf „alle 2 Tage“ umzustellen. Es gab zwar einzelne Patientinnen mit „Gewichtsverträgen“- manche wollten sogar einen- in der Regel gab es jedoch keinen, und auch ausserhalb dieser Verträge keine „Mindestzunahme“ pro Woche und ähnliche (meiner pers. Meinung nach eher ES-verwandte) Auflagen, solange die „Tendenz“ erkennbar war.

Ich habe viele besondere Menschen kennengelernt, die aber fast alle wieder aus meinem Leben verschwunden sind. Zum Teil von mir gewollt, zum Teil doch recht überraschend. Ein paar Kontakte habe & pflege ich noch, aber was daraus wird, längerfristig gesehen…wer weiß. Facebook und StudiVZ machen es einem einfacher, aber letztlich sind wir alle über ganz Deutschland vestreute Seelen 😉

 

Lichtblicke

10 Jun

…tun sich auf am Horizont.

– im buchstäblichen Sinne: Der Frühling, die Sonne sind endlich, endlich da!

–  & im übertragenen: Hab die Zusage für die Klinik endlich bekommen, sowohl von der KK als auch von der Klinik dort. Mein Vorgespräch am Telefon lief ausserdem sehr gut- schon mal ein positiver persönlicher Eindruck… Wer wissen will, wo ich (spätestens im August) hingehen werde, schreibt mir bitte eine Mail. Ich will das doch nicht so öffentlich posten, zu starke Vermischung von virtuellerm und realen, ihr wisst schon…^^

Ich will so nicht mehr…

18 Apr

…weitermachen. Entweder esse ich zu wenig oder zu viel und wenn ich gerade nichts esse, denke ich ans Essen. Ich kann nicht mehr satt sein, ohne gleich Schuldgefühle zu empfinden, aber meistens bin ich das ohnehin nicht. Satt. Dieses Hin- und Herpendeln zwischen Bad und „Küche“ bzw. dem Fleckchen Teppich vor meinem Heizlüfter vor dem ich esse…raubt mir alle Rest-Energie.Wenn ich durch die Stadt laufe und eine enge Jeans trage starren mich die Leute an. Ich starre zurück. zwei Streichhölzer auf Riesenfüßen.

Auf der Suche. Nie scheint es genug zu sein.

Mit meiner Thera und mir läuft es mieserabel. Ich bin enttäuscht und auch…etwas gekränkt. Was passiert ist, will ich jetzt (noch) nicht schreiben.

Und ich weiß selbst nicht mehr, wer meine Entscheidungen noch trifft, wenn es um so Dinge geht wie soziales Leben, Weggehen etc. Ich oder die Essstörung. Ich kann es wirklich nicht mehr sagen.

Klinik & Verträge

1 Feb

Laut meiner Thera „nehme ich meinen aktuellen Zustand nicht ernst.“ Damit hat sie nicht ganz unrecht. In meinem Freundeskreis (der ohnehin ziemlich viel Geduld mit mir zu haben scheint- in letzter Zeit sage ich immer häufiger Verbredungen im letzten Moment ab) häufen sich die indirekten und direkten Annmerkungen, ich solle mir doch mal überlegen, nicht doch in eine Klinik zu gehen. Es gäbe da eine Freundinn die war dort und dort (Roseneck, Korso), und vielleicht könnte ich mich doch mal mit ihr unterhalten… Nach meiner letzten Erfahrung ist aber allein der Gedanke an eine Klinik ein rotes Tuch für mich. Natürlich gibt es bessere und schlechtere KLiniken. Ich hatte eben das Pech in einer letzter Kategorie gelandet zu sein. Aber einige Dinge haben allen KLiniken mehr oder weniger gemeinsam. Und das sind oft Dinge, die ich so kategorisch ablehne, dass eine Aufnahme dort wahrscheinlich gar nicht möglich wäre.

Da wären, z:B:

1. Gewichtsverträge

a) Ein Vertag wird normalerweise zwischen zwei oder mehr Partein geschlossen, in dem gegenseitigen Einvernehmen, ihn einzuhalten zu können. Dieses Einhalten“ wird als Gegenstand berachtet, der dem Willen, dem Können, der Fähigkeiten der beteiligten Personen unterliegt. Wenn aber eine Gewichszunahme deart willentlich beeinflussbar ist, ist ein Klinikaufenthalt u.a. aus diesem Grund eigentlich überflüssig. (Natürlich ist das jetzt etwas pauschal ausgedrückt, es gibt ja noch viele andere gründe, so was zu machen). Nichtsdesto trotz ist es bei einer vorlliegenden Krankheit/Sucht meiner Ansicht nach absolut unangemessen, von Menschen zu verlangen, sich so zu verhalten, als hätten sie sie nicht. Niemand würde von einem Depressiven verlangen, bis dann und dann so und so fröhlich zu sein, sonst gibt’s Zimmerarrest.Ich kann so was nicht ernst nehmen und ich will nur etwas unterschreiben, was ich auch so meine.

b) Hängt mit dem ersten Zusammen. Ist die Botschaft: Du musst deinen Körper so und so kontrollieren, um das und das zu erreichen/bekommen wirklich die, die man sich wünschen sollte?

c) Diskriminierung. Warum nicht auch Leute „bestrafen“, wenn sie nicht min 500g in der Woche abnehmen?! Hm…?!

d) im Falle von einem lebensbedrohlichen Untergewicht finde ich den Vertag: „ab dann Sonde“ etc. auch was die rechtliche Absicherung betrifft, sinnvoll. Da sollte man sich vorher einigen. Aber in meinem Fall trifft das ohnehin nicht zu.

e) Wenn es darum geht, dies und jenes zu versuchen, bin ich gerne bereit, es zu unterschreiben. Aber wer würde mir so was vorlegen?

2.) Dieses ganze System von „Belohnung“ und Bestrafung. Sind Menschen vielleicht Ratten, die sich so einfach Konditionieren lassen? Bloße Konditionierungsprozesse sind nicht die alleinige Ursache für eine Essstörung (obwohl solche Prozesse bestimmt eine Rolle spielen), man wird sie also auch nicht wieder los, durch bloße Un-Konditonierung. Klar, in gewisser Weise ist es sinnvoll, hilfreich etc. , aber der Fokus sollte auf was anderem liegen, denke ich.

3.) Ich denke nicht, dass ich „krank“ genung bin. Andere haben den Aufenthalt mehr verdient als ich. Ich würde mir noch fehl am Platze vorkommen, wie eine Lügnerin, Versagerin sogar auf dem Gebiet der ES.

Ich könnte noch lange so weiter machen….lass ich jetzt aber.

Kennt jemand eine Klinik  in der das alles nicht so ist wie oben beschrieben und in der auch Kassenpatienten genommen werden…?