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Weihnachtsstimmung…? Part I

19 Dez

Zur Zeit fallen sie mir besonders auf. Vielleicht liegt es an dem starken Kontrast der zwischen den vor süßkram und mandelduft aus allen Nähten platzenden Weihnachtsmarktständen und ihren hohlen Wangen besteht, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ihnen die Kälte noch mehr zusetzt als allen anderen. Überall scheinen sie herumzulaufen wie lebendige Schatten. Dünne, sehr dünne Menschen, ungesund dünne Menschen um genau zu sein. Nichts neues eigentlich, nur dass sie mir noch mehr ins Auge fallen als je zuvor. Vor allem da ich mich in ihnen wiederzuerkennen glaube, und ich denke, dass sie auch mich „erkennen“. Manchmal schaut man sich sogar an, mal freundlich, mal abschätzig, aber immer irgendwie wissend. Vielleicht bilde ich mir das auch ein.Meistens ignoriert man sich jedoch oder nimmt sich nicht wirklich wahr. Und es macht mich oft traurig und wütend, wenn ich diese Mädchen und Frauen sehe, traurig, weil ich sehe, was sie sich antun, und wütend, darüber dass es für sie keinen anderen Weg zu geben scheint, dass sie („in dieser Welt“) keinen anderen sehen könne, dass die Krankheit an sich so mächtig ist.

Und gleichzeitig versuche ich, mich nicht mit ihnen zu vergleichen. Ich habe sozusagen den „Auftrag“ (noch aus der Klinikzeit) mir jeden Tag ein Süßteil o.ä. zu gönnen- z.B. einen Muffin, eine Waffel, ein Stück Kuchen usw. Im Moment ist der Weihnachtsmarkt nachmittags dafür wie geschaffen. Und bisweilen fühle ich mich, gerade wenn ich andere, „solche“ Menschen, wie ich es ja irgendwie auch bin, sehe, dazu ermutigt, und manchmal ist es genau das gegenteil. Dann stelle ich wieder alles in Frage…

Und dass ich mich wieder so von aussen beeinflussen lasse, nervt mich ja ohnehin^^

Fortsetzung folgt…

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Motivation…

22 Mrz

Stagnierende Motivation. Hassliebe. Ich hänge noch in der Warteschleife, mache mir Gedanken darüber, was wieder alles schiefgehen kann. Ob man mir glauben wird oder nicht, wie die anderen Patienten sind, wann es überhaupt losgehen soll. Noch habe ich keine Zusagen.

Und wie es meine Eltern aufnehmen werden. Diese Woche soll die „Vorstellung“ stattfinden. Kürzlich musste ich sie wegen eines Geburstages besuchen kommen und mir ist dabei wieder klar geworden, das sie KEINE Ahnung haben und aus allen Wolken fallen werden. Noch bin ich finanziell völlig von ihnen abhänigig, noch bin ich in Erklärungsnot, wie es mit meiner Diplomarbeit aussieht etc, und auch deswegen haben sie es verdient, zu wissen, was mit ihrer Zeit/Geld etc. hier passiert. Und weil ich diese Heimlichkeiten satt habe. Es war einfach anstrengend am Wochenende.

Und ich kann mir nicht vorstellen, für drei Monate von der Bildfläche zu verschwinden, ohne zumindest eine gewisse Offenheit an den Tag zu legen.