Archiv | Dezember, 2010

Weiße Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung

25 Dez

Bis Dienstag habe ich noch Schonfrist. Dann gibt es nämlich vorraussichtlich erst den Gänsebraten und die Sahne-Pudding-Nachspeise…Ich schwanke zwischen Vorfreude und Angst… Einerseits liebe ich gebratene Gans (Ente, Hähnchen,Truthan…), andererseits habe ich verdammte Bedenken, was dieses „Mahl“ betrifft…Die Plätzchenberge, die sich seit Wochen hier im Haus türmen (nicht, dass ich nicht selbst dazu beigetragen hätte…ich backe sehr gerne), sind sowieso eine tägliche Herausforderung für mich. Manchmal geht’s gut, manchmal nicht…Im Moment herrscht hier bei Tisch eine „Don’t mention the war“-Atmosphäre, was die Themen Fett, Kalorien, Essensmengen etc. betrifft. Wenn ich jedes Mal nen Euro bekommen würde, wenn dieses Thema angesprochen wird, hätte ich mir schon vor Ende des Jahres den Urlaub finanziert…

Auf einem Recovery-Blog (http://independencefromed.blogspot.com) habe ich etwas gefunden, das mir vielleicht helfen wird, und zwar dieses hier

Intuitive Eater’s Holiday Bill of Rights

Was meint ihr dazu? Ich find’s gut.

 

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Weihnachtsstimmung…? Part I

19 Dez

Zur Zeit fallen sie mir besonders auf. Vielleicht liegt es an dem starken Kontrast der zwischen den vor süßkram und mandelduft aus allen Nähten platzenden Weihnachtsmarktständen und ihren hohlen Wangen besteht, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ihnen die Kälte noch mehr zusetzt als allen anderen. Überall scheinen sie herumzulaufen wie lebendige Schatten. Dünne, sehr dünne Menschen, ungesund dünne Menschen um genau zu sein. Nichts neues eigentlich, nur dass sie mir noch mehr ins Auge fallen als je zuvor. Vor allem da ich mich in ihnen wiederzuerkennen glaube, und ich denke, dass sie auch mich „erkennen“. Manchmal schaut man sich sogar an, mal freundlich, mal abschätzig, aber immer irgendwie wissend. Vielleicht bilde ich mir das auch ein.Meistens ignoriert man sich jedoch oder nimmt sich nicht wirklich wahr. Und es macht mich oft traurig und wütend, wenn ich diese Mädchen und Frauen sehe, traurig, weil ich sehe, was sie sich antun, und wütend, darüber dass es für sie keinen anderen Weg zu geben scheint, dass sie („in dieser Welt“) keinen anderen sehen könne, dass die Krankheit an sich so mächtig ist.

Und gleichzeitig versuche ich, mich nicht mit ihnen zu vergleichen. Ich habe sozusagen den „Auftrag“ (noch aus der Klinikzeit) mir jeden Tag ein Süßteil o.ä. zu gönnen- z.B. einen Muffin, eine Waffel, ein Stück Kuchen usw. Im Moment ist der Weihnachtsmarkt nachmittags dafür wie geschaffen. Und bisweilen fühle ich mich, gerade wenn ich andere, „solche“ Menschen, wie ich es ja irgendwie auch bin, sehe, dazu ermutigt, und manchmal ist es genau das gegenteil. Dann stelle ich wieder alles in Frage…

Und dass ich mich wieder so von aussen beeinflussen lasse, nervt mich ja ohnehin^^

Fortsetzung folgt…