Doppelleben – halbiertes Leben

22 Feb

Kaum noch Zeit für andere Dinge. Jeden Tag verbringe ich geschätzte 4-5 Stunden mit Einkaufen, Essen zubereiten, Essen, Erbrechen, aufräumen… Vielleicht etwas mehr, vielleicht auch weniger. Das Gefühl für die Zeit ist mir abhanden gekommen. Wochen erscheinen manchmal wie Tage und umgekehrt. Selbst wenn ich woanders bin, mit Freunden unterwegs oder ähnliches,  so wandern meine Gedanken immer wieder zu dem Thema zurück. Wie sehr alles andere in den Hintergrund treten würde, zugunsten dieser Sache hätte ich mir nie träumen lassen. Schon immer war ich während längeren Gesprächen hin und wieder „abgelenkt“ oder kurz mal geistig abwesend. Aber wie es inzwischen ist…[Artikel folgt] Zu Beginn hat mir die ES Kraft gegen, vor allem in sozialen Situationen. Ich hatte plötzlich mehr Energie für andere Menschen.Das Wissen um meine verborgene „Fähigkeit“ (nennen wir sie einfach mal so, so sah ich es damals zumindest- und ganz habe ich mich von der Vorstellung auch noch nicht lösen können) hat mich nach aussen gelöster und ausgeglichener erscheinen lassen.  Es wahr wohl eine Zeit, in der ich den Eindruck erweckte, es ginge nun wieder bergauf mit mir- und auf einen gewissen Teil traf das auch zu. Die aufkommende Bulimie hat die Depression verdrängt & in den Schatten gestellt.  Vor allem deswegen habe ich sie mir wohl zu eigen gemacht. Ich hasse die Passivität, die Abgeschlagenheit, die Hoffnungslosigkeit die mit einer Depression einhergehen mehr als alles andere. Stellt sich nun die Frage, ob ich vom Regen in die Traufe gekommen bin.

Zuerst durfte niemand etwas wissen. Meine Mitbewohnerinnen haben vermutlich schon etwas gemerkt- die Wände in dem Haus waren sehr, sehr dünn. Auch wenn sie keinen Ton zu mir gesagt haben, mich nicht einmal mit seltsameren Blicken (als vorher) gemustert haben- sie müssen es gewusst haben. Unser Verhältnis war, gelinde gesagt, schlecht. Ich war froh, als ich endlich ausziehen konnte. Ich denke, es ist wichtig, einen sicherern, persönlichen „Schutzraum“ zu haben und den hatte ich dort nicht. Ich konnte nicht mal meine Tür von aussen abschließen. Meine Eltern wissen immer noch nichts davon, über die Weihnachtsfeiertage konnte ich es erfolgreich weiter verbergen. Doch in meinem Freundeskreis ist es inzwischen ziemlich bekannt. Vor allem einzelne sind „eingeweiht“. Und die Unterstützung die ich im Moment von ihnen bekommen- ich bin gerührt. Und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl habe, so viel zu nehmen, ohne etwas geben zu können. Ich hoffe sehr, irgendwann kann ich mich bei Ihnen dafür revanchieren.

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